Archiv für den Monat Januar 2010

PLATTE DES JAHRES 2009 LOVE AND CURSES THE REIGNING SOUNDS (USA)

Donnerstag, 14. Januar 2010

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„Love and Curses“ von den Reigning Sounds ist eine herrlich altmodische Platte und vielleicht gerade deshalb so genial. Während die angesagten Hipster wie The XX, dafür gelobt werden, dass sie die Pophistorie minimalisieren, interessieren sich die Reigning Sounds für diese referenzielle Art des Musikmachens überhaupt nicht. Weil sie auf ihre Art Pophistorie.sind. :Ein Stück wie „Something to hold onto“ passt wie die Faust auf`s Auge auf Dylans legendäres „Blonde on blonde“ Album, „The bells“ wäre problemlos in Springsteens Meisterwerk „Born to run“ untergekommen und „You can call me“ hätten die Stones natürlich auf eine ihrer frühen Platten gepackt. Da spielt es keine Rolle, wenn Kritiker, Bandchef Greg Cartwright attestieren, dass er nicht singen könne. Der Kerl klingt tatsächlich manchmal wie ein Klon von Bob Dylan und Tom Waits, dem man einen Haufen rostige Nägel in den Rachen geschmissen hätte. Der Magie der 14 Songs kann man sich trotzdem nicht entziehen, zu stark ist die Authenzität des Cartwright`schen Storytelling über ungenutzte Chancen und gebrochene Herzen. Wo andere in Selbstmitleid in zerfliessen, benutzen die Reigning Sounds das Stilmittel einer heiteren Melancholie, textlich, als auch musikalisch. Eine schönere und doch klarere Musik über die Vergänglichkeiten der Liebe wird sich auch 2009 schwer finden lassen.

The Reigning Sounds

Love and Curses

YOUNG REBEL SET (UK)

Donnerstag, 10. Dezember 2009
Jan
29
21:00

Aus dem beschaulichen Stockton-on-Tees kommen Young Rebel Set, sieben so junge wie coole Herren, die dieser Tage ihre Debüt-Single ‘Walk On’ veröffentlichen und im kommenden Jahr ihr erstes Album nachschieben wollen. Die Jungs werden unter Indie Folk eingeordnet, mit Hang zu frühem Bruce Springsteen.  Hmmm, trifft`s, aber auch wieder nicht ganz genau. Bei mehrmaligem Hören springt einem der Boss schon in die Ohren, aber auch Kooks, Libertines oder sogar ein bissel Strokes meine ich rauszuhören. Die Tour wird in der Presse unter anderem so angekündigt:

Zugegeben, bisher war es auch gar nicht so einfach, etwas von Young Rebel Set zu hören, denn die sieben jungen Männer aus dem Nordosten Englands haben erst im vergangenen August ihre erste Single “Walk On” aufgenommen. Dieser sorgte auf der Insel allerdings schon für großes Aufsehen – und schafft nun auch den Sprung auf das europäische Festland.

Obwohl der Sound von Young Rebel Set definitiv als britisch zu identifizieren ist, sind Einflüsse der amerikanischen Songwriter-Szene, wie sie zum Beispiel auch The Gaslight Anthem für sich beanspruchen, nicht von der Hand zu weisen.

Die sieben Briten erzählen Geschichten wie der junge Bob Dylan und verpacken diese in Melodien, die Bruce Springsteen schmeicheln. Zusammen mit der typisch britischen Indie-Rock-Coolness ergibt das den frischen Sound von Young Rebel Set. Für das kommende Jahr steht unter anderem die Veröffentlichung ihres Debütalbums und eine erste Deutschland-Tour auf dem Plan,.

Selbst der altehrwürdige Guardian widmete den Jungs unter “New Band of the Day” einen langen Artikel und setzte, wenn wir hier schon bei Referenzen sind folgende darunter:

File next to: The Hold Steady, King Blues, the Clash, the Alarm.

Jetzt lassen wir mal The Alarm weg, nach denen klingen sie nämlich überhaupt nicht und lassen uns überraschen.

Links: myspace.com/youngrebelsetyoung-rebel-set-001

So weit, so gut der Guardian. Ob die burschen demnächst in Stadien Rock Marke The Alarm spielen, wage ich zu bezweifeln. Da sollen sie lieber im kleinen Swamp ihren jetzigen Sound darbieten. Der tut`s zweimal und ist um Längen besser, als The Alarm.

LR ROCKETS (UK) FÄLLT AUS!!!!Tour verschoben auf Mai

Montag, 14. September 2009
Jan
30
21:00

Die Vier kommen aus den unterschiedlichsten Ecken Englands und haben ihr Hauptquartier in London aufgeschlagen. Von dort aus schreiben sie ihre Songs, planen ihre Auftritte und organisieren alles Weitere. Ihr Auftreten ist komplett energieüberladen. Alles muss schnell, kraftvoll und treibend sein und so schreien zwei krachende Gitarren Wave, ein melodieverliebter Bass kommt frisch aus der Garage und ein Donkey Kong Drummer haut wütend in die Felle. Dementsprechend schlug ihre Debütsingle „London Girls“ so ein, dass sie bald nur noch als Download erhältlich ist. Im April 2007 erschien das chaotisch punkige „Prank Caller“, passend zum Auftreten der Band im farbenfrohen grellgelben Vinyl. Ebenso schrill wie verwackelt gestaltet sich das zugehörige Video, in dem die Bandmitglieder als Detektive versuchen ihre alter Egos aufzuspüren, die sich mit Telefonstreichen gegen die Gesellschaft wenden. Londons Girls fallen wegen diesem Vierer reihenweise in Ohnmacht.

Live legen die Burschen in ihrer rasenden Rockshow eine Zündschnur nach der anderen, ganz  die alte englische Schule, Rrrroooaaarrr! Irgendwie irre,man kann`s ausserhalb der Show gar nicht glauben, was für brave Jungs das auch sein können.