Archiv für den Monat Februar 2010

LR ROCKETS (UK) fällt aus, Tour erneut verschoben

Montag, 08. Februar 2010
Apr
7
21:00

Die Vier kommen aus den unterschiedlichsten Ecken Englands und haben ihr Hauptquartier in London aufgeschlagen. Von dort aus schreiben sie ihre Songs, planen ihre Auftritte und organisieren alles Weitere. Ihr Auftreten ist komplett energieüberladen. Alles muss schnell, kraftvoll und treibend sein und so schreien zwei krachende Gitarren Wave, ein melodieverliebter Bass kommt frisch aus der Garage und ein Donkey Kong Drummer haut wütend in die Felle. Dementsprechend schlug ihre Debütsingle „London Girls“ so ein, dass sie bald nur noch als Download erhältlich ist. Im April 2007 erschien das chaotisch punkige „Prank Caller“, passend zum Auftreten der Band im farbenfrohen grellgelben Vinyl. Ebenso schrill wie verwackelt gestaltet sich das zugehörige Video, in dem die Bandmitglieder als Detektive versuchen ihre alter Egos aufzuspüren, die sich mit Telefonstreichen gegen die Gesellschaft wenden. Londons Girls fallen wegen diesem Vierer reihenweise in Ohnmacht.

Live legen die Burschen in ihrer rasenden Rockshow eine Zündschnur nach der anderen, ganz  die alte englische Schule, Rrrroooaaarrr! Irgendwie irre,man kann`s ausserhalb der Show gar nicht glauben, was für brave Jungs das sonst sind.

EMANUEL AND THE FEAR (USA)

Mittwoch, 03. März 2010
Apr
11
20:00

Was da jetzt gleich pressetechnisch auf euch einschlägt, sollte euch keine Angst machen, Promoter hauen halt gern mal auf die Kacke, ganz so schweres Kaliber fahren die Jungs aus dem Big Apple dann doch nicht auf, im Gegentei, oft klingen sie eher leicht und locker, deshalb vor dem Lesen vielleicht erst mal reinhören. www.myspace.com/emanuelandthefear

Hier also der Pressetext:
Es kommt nicht von ungefähr, daß sich die New Yorker Orchestral Rock Band ausgerechnet diesen Namen gegeben hat. EMANUEL AND THE FEAR. Schließlich lautet die Definition von Mut ja, sich seinen Ängsten zu stellen, und ihren Ängsten stellen, das tun alle 11 Mitglieder, trotz der offen-sichtlichen Hürden, die das Spielen auf kleinen Bühnen und die Logistik des Tourens mit sich bringen. Die ausschweifenden Elektro/ Orchester Arrangements, die EMANUEL AND THE FEAR erschaffen, zeichnen sich durch intelligente und komplexe Komposition aus sowie einen Hang zu melodischem Pop. Sie bewegen sich um ehrliche und poetische Texte und bieten ein erhabenes Hörerlebnis, mit dem sich jeder identifizieren kann, der Musik schätzt, nein jemals zugehört hat.

Zu ihren Einflüssen zählt die Band nebenKlassikmusik auch Kollegen wie ARCADE FIRE, BRIGHT EYES, DAFT PUNK und Sufjan Stevens. EMANUEL AND THE FEAR schöpft ihr Talent und vielseitige Wandlungsfähigkeit aus in einer Kulmination von epischem und theatralischem Ausmaß.

Für die Aufnahmen zum Album zog die Band sich 2009 in die Ishlab Music Studios zurück (JET, KUDU und DEAD PEREZ). Man ließ sich Zeit für dieses junge Meisterwerk. Schließlich handelt es sich um EMANUEL AND THE FEARs erstes full length Album. Erscheinen soll Listen, so der Titel, hierzulande am 9ten April 2010 (Paper Garden Records). Das Album wurde gemischt von Patrick Dillet (David Byrne, THEY MIGHT BE GIANTS, Mary J Blige) und gemastert von Doug Van Sloun, Focus Mastering (BRIGHT EYES, CURSIVE, THE FAINT, TOKYO POLICE CLUB).

Ihr guter Ruf scheint Ihnen vorauszueilen, wie anders erklärt es sich, daß Kritiker auf der ganzen Welt bereits voll des Lobes sind, darunter Flavorpill, NME, Fearless Music, RCRD LBL, The L Magazine und Deli Magazine. Vielleicht liegt es an ihrer imposanten Live Show. New York City’s bekannteste Clubs konnten sie bereits ausverkaufen, auch Festivals buchten sie bereits als Headliner, einige der besten Nordamerikas, und im April kommen sie nun auch endlich nach Europa. Es dürfte schwer werden, seine Augen und Ohren vor dieser Band zu verschließen… Listen.

Presseauszüge international:

“Remember when indie rock was about stripping down and freaking out? The kids in this, 11-piece Brooklyn outfit genial (Emanuel and the Fear) don’t: They found their voices in the age of Sufjan and Arcade Fire and (might as well own up to it) the Polyphonic Spree. In their minds, no emotion is too small to warrant the full orchestral-pop treatment. Fortunately, they’ve got tunes, which always helps the sugar go down.” - Village Voice

“Following in the footsteps of party-on-thestage bands such as Arcade Fire, Emanuel and the Fear, an 11-piece orchestral rock band hailing from Brooklyn, exist somewhere between Bright Eyes at their most layered, Elliott Smith at his most experimental, and a less wacky Polyphonic Spree.” - All Music Guide

Die Gang kommt zu siebt, könnte eng werden im SWAMP.

THE PHARMACY (USA)

Sonntag, 17. Januar 2010
Apr
17
21:30

Großartiger Garagen-Beat aus Seattle, der aber so was von Soul hat, dass es dich umhaut.Nach mehreren jahren “on the road” mit unter anderem JEFFREY LEWIS, MATT & KIM, MOLDY PEACHES, KIMYA DAWSON (auch als backing band), JAPANTHER und unzähligen anderen Bands kommen THE PHARMACY aus Seattle erneut nach Europa. Es ist nicht einfach ihre Musik zu kategorisieren, da sie sich nach Lust und Laune dessen bedienen was sie gerade brauchen, seien es wummernde Mooglines, in Pop-Sensibilität getränkte hymnenhafte Gesangs-Hooks oder psychedelische Fuzz-Gitarrenattacken. Vergleiche mit anderen Bands sind sinnlos, aber man könnte wohl Bands wie THEY MIGHT BE GIANTS, BEATLES, BEACH BOYS, THE UNICORNS und andere nennen ohne der Band wirklich gerecht zu werden. Und vor allem atmet die Band Sixties, Sixties und noch mal Sixties, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Und an manchen Stellen erinnern die Jungs mich an die, Gott hab sie selig, göttlichen Barracudas. Gross!!!

MGMT “CONGRATULATIONS”

Sonntag, 18. April 2010

„Oracular Spectacular“ war 2008 das Konsensalbum, das Duo MGMT erwischte Publikum und Kritiker mit einer Breitseite voll hippieskem Indie-Pop. Ein Tanz-Bums jagte den Nächsten mit dem Höhepunkt des Mega-Hit „Kids“, dessen beglückend einfache Synthie-Hookline,einem, einmal gehört, nicht wieder aus dem Schädel ging.Groß war daher die Verwunderung, als die beiden Masterminds, Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser ankündigten, aus dem nun erscheinenden Album keine Single veröffentlichen zu wollen, einfach weil sie keine Hits mehr produzieren wollten. „Congratulations“ ist dann tatsächlich eine Platte geworden, die mit dem Debüt nicht mehr viel zu tun hat. Und trotzdem vollgestopft mit Ohrwürmern ist. Man hört sie nur nicht sofort. Ein Hitalbum ohne Hits sozusagen. Beseelt vom psychedelischen Sound der Spätsechtziger knallen die Wunderknaben dem Hörer eine wunderbar-spinnerte Pop-Melange um die Ohren, gespickt mit dem Fundus ihres nerdigen Musikwissens. Love, The Zombies, die frühen Pink Floyd um Syd Barret, natürlich auch Brian Wilson`s Geniestreich „Pet Sounds“, nur das Beste und Feinste aus dem Popkatalog der Sechziger Jahre.Sphärische Orgelklänge, trällernde Kinderchöre,schräge Gitarren, barocker Cembalo Rock, Glamrock, alles kommt in den großen Mixer. Wem das zuviel Referenz und Namedropping ist:“Congratulations“ ist eine Platte für Nerds und Spurensucher genauso wie für zeitgemäßen Musikfreak, ein Album, das garantiert auch Ende 2010 ganz vorne in den Jahrescharts stehen wird.

MGMT

Congratulations

Columbia

“CHATWINS GURU UND ICH” LESUNG MIT MICHAEL OBERT

Mittwoch, 03. März 2010
Apr
18
20:00

“Reisen bildet”, das sagt sich Michael Obert und reist deshalb schon seit Jahren kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Obert, geboren 1966 in Breisach am Rhein, schreibt als freier Journalist unter anderem Reportagen für Die Zeit, Geo und etliche andere Magazine.. Er bereiste zwei Jahre lang den latein-amerikanischen Kontinent und unternahm anschließend zahlreiche ausgedehnte Reisen nach Afrika und in die islamische Welt. Mehrere Buchpublikationen über den islamischen Kulturkreis sind von ihm erschienen.
Sein literarischer Reisebericht „Regenzauber” erhielt den Globetrotter-Buchpreis 2oo5.
Michael Obert lebt in Berlin.

Michael Oberts neues Buch: Chatwins Guru und ich

Auf der Suche nach seinem großen Vorbild Patrick Leigh Fermor – Wanderer zwischen den Welten, Leitfigur für Reisende aller Kulturen – entdeckt der leidenschaftliche Erzähler und Reisende Michael Obert einen ihm unbekannten Kontinent neu: Europa.

Generationen von Reisenden verehren ihn, für Bruce Chatwin war er der »letzte Guru«, und auch der deutsche Schriftsteller Michael Obert bewegt sich in der Tradition des ältesten schreibenden Vagabunden der Welt: Patrick Leigh Fermor. 1933 wanderte der Engländer zu Fuß von Rotterdam nach Konstantinopel; für Obert steht er am Anfang seines eigenen Umherschweifens. Als er erfährt, dass Fermor noch leben soll, macht er sich auf die Suche nach dem fast Hundertjährigen und reist von Berlin über Wien nach Bratislava, durch Ungarn, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien und Albanien bis auf den südlichen Peloponnes. Es ist eine Pilgerfahrt mit ungewissem Ausgang.

So abrupt Obert seine Reise überkommt – er schreckt nachts aus dem Schlaf, packt seine Tasche und bricht auf –, ganz zufällig ist der Zeitpunkt nicht. Ein schlimmes Erlebnis geht ihm voran. Bei einem Vulkanausbruch in Mexiko wird Obert auf viertausend Meter Höhe verschüttet. Mit viel Glück kommt er frei, doch danach liegt ein Schatten auf seinem Wanderleben. Er zweifelt an seinem Dasein als Reisender und beginnt unter plötzlichen Sehstörungen zu leiden, die ihn fürchten lassen, er könnte erblinden.

Unterwegs auf dem Balkan wird ihm allmählich klar, dass er sich von Fermor eine Antwort auf seine existenziellen Fragen erhofft. Die beiden haben ein ähnliches Leben geführt. Nur ist Fermor ein halbes Jahrhundert älter als Obert, der auf seiner Reise die Zeit überlisten will, um – sozusagen aus seiner eigenen Zukunft heraus – die richtigen Ratschläge zu erhalten. Er sucht jemanden, der ihn ermutigt und ihm versichert, dass sein Umherschweifen keine verschwendete Lebenszeit ist. Er braucht Absolution, um von vorn zu beginnen. Und wer wäre besser geeignet, ihm diese zu erteilen, als der Patriarch aller schreibenden Nomaden, der Herodot des 20. Jahrhunderts – Sir Patrick Leigh Fermor.

Und so begibt sich Obert auf die Spur seiner legendären Wanderung. Mit seinen Büchern im Gepäck. Und einem Nebensatz von Fermors Verlegerin, dass dieser auf dem südlichen Peloponnes leben soll. Unterwegs dorthin trifft er Menschen, die ihm bei seiner Suche helfen. Im ungarischen Esztergom findet er eine alte Frau, deren Vater damals ein Stück mit Fermor gegangen ist. Als Kind hat man Teresa ständig von diesem Verrückten erzählt, der zu Fuß nach Konstantinopel wanderte, während die Welt auf den Krieg zusteuerte. Über die Jahrzehnte des Erzählens ist in der Familiengeschichte aus dem Briten, der in Holland aufbrach, am Ende selbst ein Holländer geworden. Teresa erinnert sich nicht mehr an seinen Namen, aber der ihres Vaters ist Lazlo gewesen. Obert nimmt sich vor, Fermor nach ihm zu fragen.

Begegnungen mit Menschen stehen im Mittelpunkt von Michael Oberts Reisen. In Rumänien begibt er sich mit einem jungen Beamten auf die Suche nach den Überresten eines Dorfes, das Fermor viel bedeutet hat und das heute auf dem Grund eines Stausees liegt. In Serbien vertrauen ihm Bogdan und Anica, zwei Jurastudenten, ihre Kriegserlebnisse an. Im mazedonischen Ohrid, dem Jerusalem des Balkans, wohnt er beim alten Zoran, der ihn mit seinem selbstgebrannten Schnaps verwöhnt und mir Volkslieder auf seinem Akkordeon vorspielt. So erkundet Obert einen ihm fremden Teil der Welt. Seine Begegnungen münden in ein ebenso persönliches wie poetisches Porträt Osteuropas.

Die Reise, die im ICE vom winterlichen Berlin nach Wien begonnen hat, wird immer langsamer: Regionalzüge, Bummelzüge, Busse, Sammeltaxis; Obert hält Lastwagen an, fährt auf Flussschiffen, auf dem Rücksitz eines Mopeds, mit einer Eselkarre – und durchquert den Nordosten Albaniens zu Fuß. Als er Griechenland erreicht, ist der Sommer angebrochen, sein Augenleiden abgeklungen, seine Lebens- und Wanderlust wiederentdeckt – doch bis zuletzt bleibt die Frage: Wird der Reisende seinen Mentor finden?

Michael Obert zu seinem Buch Chatwins Guru und ich:

Ich bin fest davon überzeugt, dass man nicht aus allem etwas machen, dass nicht alles irgendwie ausgeschlachtet werden muss. So habe ich es mit meinen Reisen immer gehalten. Über manche schreibe ich, über andere nicht. Die Suche nach Patrick Leigh Fermor ist meine bisher wichtigste Passage. Als ich vom Balkan zurückkam, sah ich in dieser Erfahrung einen ganz persönlichen Schatz. Ich trug ihn fast ein Jahr lang mit mir herum, bis mir klar wurde, wie kostbar er auch für andere Menschen sein könnte, Menschen, denen der Mut fehlt, etwas Wichtiges in Angriff zu nehmen, sich zu verändern, eine Last abzuwerfen, frei zu sein. Wenn die Zeiten schwierig sind, schreibt Wolf von Niebelschütz, ein Dichter, den ich sehr schätze, dann ist es die Aufgabe der Kunst, den Menschen zu erheben, ihn zu trösten und ihn in eine lichte Welt zu führen. Eine schöne Vision.“

Michael Obert

Chatwins Guru und ich. Meine Suche nach Patrick Leigh Fermor
Malik Verlag, 288 Seiten, 16 Farbbildtafeln und Landkarte

19.95 (D) / € 20.60 (A) / sFr 34.90

ISBN 978-3-89029-371-4

Lese-Show in Freiburg

18. April 2010, 21 Uhr

Swamp, Talstraße 90, 79102 Freiburg

www.swamp-freiburg.de

Tel. 0761-796849