Archiv für die Kategorie ‘- LIVE -’

DIE AERONAUTEN (CH/D) Support:HAWAI 2.0 in der JAZZ/ROCKSCHULE Haslacher Str.

Mittwoch, 20. Januar 2010
Mrz
13
21:00

Über die Aeronauten in einer speziell für Freiburg angefertigten Ankündigung etwas zu schreiben, hieße Eulen nach Athen, den SC Fußball in`s Swamp, die Nervmenschen ins Vauban bzw. die Wiehre zu tragen. Für die, die den Kollegen Guz und seine Truppe nicht kennen, hier noch mal eine kleine Bio der Band. Und ja, ja, solo, mit den Averells oder eben mit den Aeronauten mag Guz schon gefühlte zehntausend mal in Freiburg musiziert haben, wer sich aber speziell an seinen letzten Auftritt mit besagten Herren vor ziemlich genau zwei Jahren erinnert, wird zustimmen: Es kann ruhig das zehntausend und einste (schreibt man das so) Mal sein.

Im Vorprogramm tritt Freiburgs wahrscheinlich die-aeronauten_2009_sbester, zumindest vielseitigster (Indie/Soul/Country) Musikkenner, -schreiber, Dr. Schneider mit seinen Mitstreitern von Hawai 2.0. KammermusikSurf vom Feinsten.

Die Aeronauten haben sich 1991 in Zürich zusammengetan. Alle 2 bis 3 Jahre geben sie eine CD heraus
und spielen anschliessend 30-80 Konzerte pro Jahr im ganzen deutschsprachigen Raum (je nach der Anzahl
Kinder, die gerade auf die Welt kommen). Die Aeronauten haben ihre musikalischen Wurzeln in der Rockund
in der Punkmusik. Da sie Bläser in der Gruppe mitdabei haben, gehen die Stücke auch oft Richtung
Soul. Gesungen wird meistens auf Deutsch. Je länger sie zusammen sind, desto mehr machen sie sich frei
von engen Stilvorgaben. Alle sollen am kreativen Prozess beteiligt sein. So können auch ganz untypische
Stücke entstehen was für die „alten Fans“ vielleicht ungewohnt klingt, aber der Weiterentwicklung sehr
förderlich ist. Die Aeronauten haben ca. 500 Konzerte gespielt und einige kleine Hits gehabt (u.a.„Freundin“,
„Bettina“, „Patates“, „Country Musik“), sind aber immer ein Geheimtyp geblieben. Die Konzerte der
Aeronauten sind immer ausgelassen melancholisch und aber auch euphorisch bescheiden.
GUZ spielt Gitarre und singt bei den Aeronauten. Er schreibt die meisten Texte. GUZ hat Auftritte als “GUZ
und die Averells” und was er sonst so macht, ist nicht von Belang. Wir wollen hier ja ganz redlich den
Rock’nRoll Schwindel aufrechterhalten. Ohne Illusionen geht das nun mal nicht und wir wollen euch doch
das schöne Bild von uns nicht kaputt machen. Er kann mit dem Fingernagel eine schraube ins Holzdrehn,
ohne nichts.
Hipp Mathis spielte schon bei Freds Freunde mit Oliver Maurmann und ist jetzt Bassist bei den Aeronauten.
Er tat bei zahlreichen Kassetten mit und war bei allen unten erwähnten Schallplatten und Cds mit dabei. Er
ist überhaupt ein super Kumpel.
Roman Bergamin bläst Trompete und Posaune bei den Aeronauten seit Anfang an und war bei allen CD
Produktionen dabei. Er ist der Mann für die Feinheiten und Romantik, fast alle schönen Stellen in unserer
Musik gehen auf ihn zurück.
Daniel d’Aujourd’hui spielte vorher Schlagzeug bei „Midnight to Six“, bei „Los Locos“ und einigen anderen
Bands. Er ist seit 15 Jahren bei den Aeronauten. Er ist „der Beobachter“ dieser Mann sieht einfach alles, er
kann zum Beispiel nach dem Konzert sagen, wieviele Leute in einem roten T-Shirt da waren.
Roger Greipl spielt seit 13 Jahren bei den Aeroanuten Saxofon und hat noch andere Bands, die heissen
„King Kora“, „Kungfu Horns“, „Soul Maniacs“. Er ist mit Abstand der poliglotteste Aeronaut. Er reiste mit 30
Leuten nach Afrika, um da eine Tour zu machen.
Samuel Hartmann ist Gitarrist bei den Aeronauten und spielt schon seit 8 Jahren mit. Er hat die Aeronauten
zu einer musikalisch diszipinierten Band gemacht. Früher spielte er bei den „Plenty Enought“ und ist durch
und durch ein feiner Kerl.
Diskographie
Die Aeronauten, 1:72, LP/CD/MC (TomProdukt)
Die Aeronauten, Ich wollt ich wär tot, Bettina, Maxi CD (TomProdukt)
Die Aeronauten, Gegen Alles, LP/CD (L’age d’or, Hamburg)
Die Aeronauten, Jetzt Musik, LP/CD (L’age d’or, Hamburg)
Die Aeronauten, Honolulu, LP/CD (L’age d’or, Hamburg)
Die Aeronauten, Bohème pas de problème, LP/CD (Make Up, RecRec)
Die Aeronauten, Zu gut für diese Welt, LP/CD (Best an worst of…L’age d’or, Hamburg)
Die Aeronauten, Fussball Männer Frauen Sensibel, Vinyl Single (Ritche Records, Freiburg)
Die Aeronauten, Hier: Die Aeronauten, LP/CD (L’age d’or, Hamburg)
Dazu kommen viele Veröffentlichungen auf Samplern.
Aktuell:
Veröffentlichung

THE BLUE VAN (DK)

Montag, 01. März 2010
Mrz
19
21:00

Schon in der sechsten Klasse jammten die Musiker von The Blue Van aus Nord Jütland im Keller einer Großmutter. Nach Cover-Songs folgten bald eigene Kompositionen, angeregt von Bands wie The Small Faces, Cream und The Pretty Things.
Unter den Namen The Blue Van (eine direkte Übersetzung des in Dänemark volkstümlich genannten Wagen, der Patienten zum psychiatrischen Krankenhaus fährt) zog die Band nach Kopenhagen, wo sie die EP „A Session With The Blue Van“ einspielte, welche mit einem Auftritt in Roskilde unterstützt wurde.
2003 nahm Band ihr Debüt „The Art Of Rolling“ in Hamburg auf und fing dabei ihre volle Live-Energie ein. Zwischen Dänemark und Brooklyns nahm The Blue Van den Nachfolger „Dear Independence“, mit Lenny Kravitz’s Soundtechniker Henry Hirsh als Producer, auf.
Mittlerweile beim Hamburger Label Iceberg Records gelandet, gewannen The Blue Van neben Mark Wills (Co-Producer auf ”The Art of Rolling“) und Dan Hougesen (Dúné) für die Aufnahme des aktuellen Albums „Man Up“. Diesmal hatte die Band jetzt Lust ein symphonisches Werk zu machen mit experimentelleren Klängen herauszubringen. ”Man Up”, liefert also in jeder Hinsicht ein Bild von einer reiferen Band.
„Silly Boy“, die erste Auskopplung wurde in Dänemark nach der VÖ sofort zur „Single der Woche“ des dänischen nationalen Radios.

Auch auf dem neuen Werk bleiben The Blue Van ihrer Linie treu und rauschen haarscharf am Mainstream vorbei, obwohl die Band mittlerweile ein gesammelt Maß an Hits aufweisen kann und so dürften fleißigen US-TV-Serien-Guckern  Songs wie „Man Up“, „Independence“, „Be Home Soon“ oder „Silly Boy“ aus Serien wie „Beverly Hills 9210“, „CSI NY“, „The Royal Pains“, oder dem Trailer von „Scrubs“ bekannt sein. Dass diese Präsenz nicht dazu geführt hat, dass die Band glatter wurde, davon kann man sich live nun überzeugen lassen.

KAKKMADDAFAKKA (NOR) Support: TROMSÖ BEACH CLUB (Freiburg)im WALDSEE

Dienstag, 01. Dezember 2009
Mrz
20
21:00

Der Name ist gewöhnungsbedürftig,schräg,genial,durchgeknallt, egal: nennt ihr, wie ihr wollt. Die Burschen aus Norwegen sind auf jeden Fall vollkommen irre. Trash meets 60s, Pop, Punk und sogar Ska – alles wird in einen Topf geschmissen, kräftig durchmixed und mit einer Brise Comedian Harmonists verfeinert. Unterstützt werden sie von niemand Geringerem als Erlend Øye, der die Kadetten produziert hat.Crazy on the Dancefloor heisst einer ihrer Stücke, und genau darauf läuft`s raus. Ganz grosser Spass fanden auch die Besucher ihrer letzten Shows

So strahlten sie die unbekümmerte Extrovertiertheit einer Band aus, deren Mitglieder zum ersten Mal ohne Eltern in Urlaub fahren durften, allerdings ohne dabei peinlich oder künstlich zu wirken. Hier fiel zunächst der „Kakkmaddachoir“ auf, 2 Typen in knappen Sport-Outfit, männliche Background-Bitches gewissermaßen, die sich im Hintergrund aufhielten und eine herrlich ironische Performance ablieferten. Der schrägste Vogel, rein optisch wohlgemerkt, war Gitarrist und Sänger “Axemax” Vindenes. Man hatte den Eindruck, Catweazle sei wieder auferstanden, nur in modern. Musikalischer Mittelpunkt war eindeutig Pianist „Mr. Jones“ Jonas Nielsen, so ein „Zwischen-Genie-und Wahnsinn“-Typ: „he is always smashing those black and whites things“, wie Axemax und sein Bruder, Cellist Big P., in einem Youtube-Video bewundernd mitteilen. So war es nicht verwunderlich, dass dieser Mr. Jones am Ende der Show mal wieder am meisten durchgeschwitzt war”

Na also, Party never stops heisst schliesslich auch das Motto der Jungs Und so hören sich die Buben an:

www.youtube.com/watch?v=UeLGCM0vIks

Supported werden die Norweger vom., logo, Tromsö Beach Club, deren Namen nicht nur eine Verwandschaft zum Herkunftsland von Kakkamaddafakka schafft, natürlich liegt auch der Sound des Tromsö Beach Club haarscharf daneben; Ska Ska und nochmals Ska.

EMANUEL AND THE FEAR (USA)

Mittwoch, 03. März 2010
Apr
11
20:00

Was da jetzt gleich pressetechnisch auf euch einschlägt, sollte euch keine Angst machen, Promoter hauen halt gern mal auf die Kacke, ganz so schweres Kaliber fahren die Jungs aus dem Big Apple dann doch nicht auf, im Gegentei, oft klingen sie eher leicht und locker, deshalb vor dem Lesen vielleicht erst mal reinhören. www.myspace.com/emanuelandthefear

Hier also der Pressetext:
Es kommt nicht von ungefähr, daß sich die New Yorker Orchestral Rock Band ausgerechnet diesen Namen gegeben hat. EMANUEL AND THE FEAR. Schließlich lautet die Definition von Mut ja, sich seinen Ängsten zu stellen, und ihren Ängsten stellen, das tun alle 11 Mitglieder, trotz der offen-sichtlichen Hürden, die das Spielen auf kleinen Bühnen und die Logistik des Tourens mit sich bringen. Die ausschweifenden Elektro/ Orchester Arrangements, die EMANUEL AND THE FEAR erschaffen, zeichnen sich durch intelligente und komplexe Komposition aus sowie einen Hang zu melodischem Pop. Sie bewegen sich um ehrliche und poetische Texte und bieten ein erhabenes Hörerlebnis, mit dem sich jeder identifizieren kann, der Musik schätzt, nein jemals zugehört hat.

Zu ihren Einflüssen zählt die Band nebenKlassikmusik auch Kollegen wie ARCADE FIRE, BRIGHT EYES, DAFT PUNK und Sufjan Stevens. EMANUEL AND THE FEAR schöpft ihr Talent und vielseitige Wandlungsfähigkeit aus in einer Kulmination von epischem und theatralischem Ausmaß.

Für die Aufnahmen zum Album zog die Band sich 2009 in die Ishlab Music Studios zurück (JET, KUDU und DEAD PEREZ). Man ließ sich Zeit für dieses junge Meisterwerk. Schließlich handelt es sich um EMANUEL AND THE FEARs erstes full length Album. Erscheinen soll Listen, so der Titel, hierzulande am 9ten April 2010 (Paper Garden Records). Das Album wurde gemischt von Patrick Dillet (David Byrne, THEY MIGHT BE GIANTS, Mary J Blige) und gemastert von Doug Van Sloun, Focus Mastering (BRIGHT EYES, CURSIVE, THE FAINT, TOKYO POLICE CLUB).

Ihr guter Ruf scheint Ihnen vorauszueilen, wie anders erklärt es sich, daß Kritiker auf der ganzen Welt bereits voll des Lobes sind, darunter Flavorpill, NME, Fearless Music, RCRD LBL, The L Magazine und Deli Magazine. Vielleicht liegt es an ihrer imposanten Live Show. New York City’s bekannteste Clubs konnten sie bereits ausverkaufen, auch Festivals buchten sie bereits als Headliner, einige der besten Nordamerikas, und im April kommen sie nun auch endlich nach Europa. Es dürfte schwer werden, seine Augen und Ohren vor dieser Band zu verschließen… Listen.

Presseauszüge international:

“Remember when indie rock was about stripping down and freaking out? The kids in this, 11-piece Brooklyn outfit genial (Emanuel and the Fear) don’t: They found their voices in the age of Sufjan and Arcade Fire and (might as well own up to it) the Polyphonic Spree. In their minds, no emotion is too small to warrant the full orchestral-pop treatment. Fortunately, they’ve got tunes, which always helps the sugar go down.” - Village Voice

“Following in the footsteps of party-on-thestage bands such as Arcade Fire, Emanuel and the Fear, an 11-piece orchestral rock band hailing from Brooklyn, exist somewhere between Bright Eyes at their most layered, Elliott Smith at his most experimental, and a less wacky Polyphonic Spree.” - All Music Guide

Die Gang kommt zu siebt, könnte eng werden im SWAMP.

THE PHARMACY (USA)

Sonntag, 17. Januar 2010
Apr
17
21:30

Großartiger Garagen-Beat aus Seattle, der aber so was von Soul hat, dass es dich umhaut.Nach mehreren jahren “on the road” mit unter anderem JEFFREY LEWIS, MATT & KIM, MOLDY PEACHES, KIMYA DAWSON (auch als backing band), JAPANTHER und unzähligen anderen Bands kommen THE PHARMACY aus Seattle erneut nach Europa. Es ist nicht einfach ihre Musik zu kategorisieren, da sie sich nach Lust und Laune dessen bedienen was sie gerade brauchen, seien es wummernde Mooglines, in Pop-Sensibilität getränkte hymnenhafte Gesangs-Hooks oder psychedelische Fuzz-Gitarrenattacken. Vergleiche mit anderen Bands sind sinnlos, aber man könnte wohl Bands wie THEY MIGHT BE GIANTS, BEATLES, BEACH BOYS, THE UNICORNS und andere nennen ohne der Band wirklich gerecht zu werden. Und vor allem atmet die Band Sixties, Sixties und noch mal Sixties, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Und an manchen Stellen erinnern die Jungs mich an die, Gott hab sie selig, göttlichen Barracudas. Gross!!!

“CHATWINS GURU UND ICH” LESUNG MIT MICHAEL OBERT

Mittwoch, 03. März 2010
Apr
18
20:00

“Reisen bildet”, das sagt sich Michael Obert und reist deshalb schon seit Jahren kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Obert, geboren 1966 in Breisach am Rhein, schreibt als freier Journalist unter anderem Reportagen für Die Zeit, Geo und etliche andere Magazine.. Er bereiste zwei Jahre lang den latein-amerikanischen Kontinent und unternahm anschließend zahlreiche ausgedehnte Reisen nach Afrika und in die islamische Welt. Mehrere Buchpublikationen über den islamischen Kulturkreis sind von ihm erschienen.
Sein literarischer Reisebericht „Regenzauber” erhielt den Globetrotter-Buchpreis 2oo5.
Michael Obert lebt in Berlin.

Michael Oberts neues Buch: Chatwins Guru und ich

Auf der Suche nach seinem großen Vorbild Patrick Leigh Fermor – Wanderer zwischen den Welten, Leitfigur für Reisende aller Kulturen – entdeckt der leidenschaftliche Erzähler und Reisende Michael Obert einen ihm unbekannten Kontinent neu: Europa.

Generationen von Reisenden verehren ihn, für Bruce Chatwin war er der »letzte Guru«, und auch der deutsche Schriftsteller Michael Obert bewegt sich in der Tradition des ältesten schreibenden Vagabunden der Welt: Patrick Leigh Fermor. 1933 wanderte der Engländer zu Fuß von Rotterdam nach Konstantinopel; für Obert steht er am Anfang seines eigenen Umherschweifens. Als er erfährt, dass Fermor noch leben soll, macht er sich auf die Suche nach dem fast Hundertjährigen und reist von Berlin über Wien nach Bratislava, durch Ungarn, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien und Albanien bis auf den südlichen Peloponnes. Es ist eine Pilgerfahrt mit ungewissem Ausgang.

So abrupt Obert seine Reise überkommt – er schreckt nachts aus dem Schlaf, packt seine Tasche und bricht auf –, ganz zufällig ist der Zeitpunkt nicht. Ein schlimmes Erlebnis geht ihm voran. Bei einem Vulkanausbruch in Mexiko wird Obert auf viertausend Meter Höhe verschüttet. Mit viel Glück kommt er frei, doch danach liegt ein Schatten auf seinem Wanderleben. Er zweifelt an seinem Dasein als Reisender und beginnt unter plötzlichen Sehstörungen zu leiden, die ihn fürchten lassen, er könnte erblinden.

Unterwegs auf dem Balkan wird ihm allmählich klar, dass er sich von Fermor eine Antwort auf seine existenziellen Fragen erhofft. Die beiden haben ein ähnliches Leben geführt. Nur ist Fermor ein halbes Jahrhundert älter als Obert, der auf seiner Reise die Zeit überlisten will, um – sozusagen aus seiner eigenen Zukunft heraus – die richtigen Ratschläge zu erhalten. Er sucht jemanden, der ihn ermutigt und ihm versichert, dass sein Umherschweifen keine verschwendete Lebenszeit ist. Er braucht Absolution, um von vorn zu beginnen. Und wer wäre besser geeignet, ihm diese zu erteilen, als der Patriarch aller schreibenden Nomaden, der Herodot des 20. Jahrhunderts – Sir Patrick Leigh Fermor.

Und so begibt sich Obert auf die Spur seiner legendären Wanderung. Mit seinen Büchern im Gepäck. Und einem Nebensatz von Fermors Verlegerin, dass dieser auf dem südlichen Peloponnes leben soll. Unterwegs dorthin trifft er Menschen, die ihm bei seiner Suche helfen. Im ungarischen Esztergom findet er eine alte Frau, deren Vater damals ein Stück mit Fermor gegangen ist. Als Kind hat man Teresa ständig von diesem Verrückten erzählt, der zu Fuß nach Konstantinopel wanderte, während die Welt auf den Krieg zusteuerte. Über die Jahrzehnte des Erzählens ist in der Familiengeschichte aus dem Briten, der in Holland aufbrach, am Ende selbst ein Holländer geworden. Teresa erinnert sich nicht mehr an seinen Namen, aber der ihres Vaters ist Lazlo gewesen. Obert nimmt sich vor, Fermor nach ihm zu fragen.

Begegnungen mit Menschen stehen im Mittelpunkt von Michael Oberts Reisen. In Rumänien begibt er sich mit einem jungen Beamten auf die Suche nach den Überresten eines Dorfes, das Fermor viel bedeutet hat und das heute auf dem Grund eines Stausees liegt. In Serbien vertrauen ihm Bogdan und Anica, zwei Jurastudenten, ihre Kriegserlebnisse an. Im mazedonischen Ohrid, dem Jerusalem des Balkans, wohnt er beim alten Zoran, der ihn mit seinem selbstgebrannten Schnaps verwöhnt und mir Volkslieder auf seinem Akkordeon vorspielt. So erkundet Obert einen ihm fremden Teil der Welt. Seine Begegnungen münden in ein ebenso persönliches wie poetisches Porträt Osteuropas.

Die Reise, die im ICE vom winterlichen Berlin nach Wien begonnen hat, wird immer langsamer: Regionalzüge, Bummelzüge, Busse, Sammeltaxis; Obert hält Lastwagen an, fährt auf Flussschiffen, auf dem Rücksitz eines Mopeds, mit einer Eselkarre – und durchquert den Nordosten Albaniens zu Fuß. Als er Griechenland erreicht, ist der Sommer angebrochen, sein Augenleiden abgeklungen, seine Lebens- und Wanderlust wiederentdeckt – doch bis zuletzt bleibt die Frage: Wird der Reisende seinen Mentor finden?

Michael Obert zu seinem Buch Chatwins Guru und ich:

Ich bin fest davon überzeugt, dass man nicht aus allem etwas machen, dass nicht alles irgendwie ausgeschlachtet werden muss. So habe ich es mit meinen Reisen immer gehalten. Über manche schreibe ich, über andere nicht. Die Suche nach Patrick Leigh Fermor ist meine bisher wichtigste Passage. Als ich vom Balkan zurückkam, sah ich in dieser Erfahrung einen ganz persönlichen Schatz. Ich trug ihn fast ein Jahr lang mit mir herum, bis mir klar wurde, wie kostbar er auch für andere Menschen sein könnte, Menschen, denen der Mut fehlt, etwas Wichtiges in Angriff zu nehmen, sich zu verändern, eine Last abzuwerfen, frei zu sein. Wenn die Zeiten schwierig sind, schreibt Wolf von Niebelschütz, ein Dichter, den ich sehr schätze, dann ist es die Aufgabe der Kunst, den Menschen zu erheben, ihn zu trösten und ihn in eine lichte Welt zu führen. Eine schöne Vision.“

Michael Obert

Chatwins Guru und ich. Meine Suche nach Patrick Leigh Fermor
Malik Verlag, 288 Seiten, 16 Farbbildtafeln und Landkarte

19.95 (D) / € 20.60 (A) / sFr 34.90

ISBN 978-3-89029-371-4

Lese-Show in Freiburg

18. April 2010, 21 Uhr

Swamp, Talstraße 90, 79102 Freiburg

www.swamp-freiburg.de

Tel. 0761-796849

LR ROCKETS (UK)

Montag, 08. Februar 2010
Mai
7
21:00

Die Vier kommen aus den unterschiedlichsten Ecken Englands und haben ihr Hauptquartier in London aufgeschlagen. Von dort aus schreiben sie ihre Songs, planen ihre Auftritte und organisieren alles Weitere. Ihr Auftreten ist komplett energieüberladen. Alles muss schnell, kraftvoll und treibend sein und so schreien zwei krachende Gitarren Wave, ein melodieverliebter Bass kommt frisch aus der Garage und ein Donkey Kong Drummer haut wütend in die Felle. Dementsprechend schlug ihre Debütsingle „London Girls“ so ein, dass sie bald nur noch als Download erhältlich ist. Im April 2007 erschien das chaotisch punkige „Prank Caller“, passend zum Auftreten der Band im farbenfrohen grellgelben Vinyl. Ebenso schrill wie verwackelt gestaltet sich das zugehörige Video, in dem die Bandmitglieder als Detektive versuchen ihre alter Egos aufzuspüren, die sich mit Telefonstreichen gegen die Gesellschaft wenden. Londons Girls fallen wegen diesem Vierer reihenweise in Ohnmacht.

Live legen die Burschen in ihrer rasenden Rockshow eine Zündschnur nach der anderen, ganz  die alte englische Schule, Rrrroooaaarrr! Irgendwie irre,man kann`s ausserhalb der Show gar nicht glauben, was für brave Jungs das sonst sind.

UNBUNNY (USA)

Freitag, 05. März 2010
Mai
14
21:00

Jarid del Deo hat alles dafür getan, seine Spuren zu verwischen und sich nicht von dem Pop-Radar erfassen zu lassen. Nicht nur, dass der amerikanischer Sänger und Songwriter seiner Band den überhaupt nicht sexy klingenden Unbunny verpasst. Nein, er muss in 15 Jahren auch noch durch vier US-Staaten ziehen und sieben Plattenfirmen glücklich machen. Immerhin hielten die Mitmusiker zu dem Mann, der nun in Seattle lebt und ein paar Fans ließen sich auch nicht abschütteln von dieser Fußnote des Indie-Pop, die es auf ein paar Veröffentlichungen brachte. Snow Tires heißt das aktuelle Werk, das schon 2004 in den USA auf den Markt kam und nun mit erheblicher Verspätung vom Hamburger Label Affairs Of The Heart zurück ins Licht geholt wurde. Es war der kleinen Plattenfirma eine echte Herzensangelegenheit, die wunderbaren Low-Fi-Folk-Songs von Snow Tires nicht irgendwo verstauben zu lassen. Eine neue Hülle bekam Albumcover wie Booklet, und die Gemälde der Berliner Künstlerin Thea Drechsel treffen wunderbar die Stimmungen und kargen Arrangements der bittersüßen Lieder. Irgendwo zwischen einem akustischen Neil Young, , Will Oldham, Grandaddy und Mercury Rev auf Diät sind sie angesiedelt, vermischen Field-Recordings mit sparsamen Drums, gedimmten Streichern, sensibles Pianospiel und fragile Gitarrenriffs. Musik, die einen Soundtrack für die Geschichten von Jarid del Deo bildet, in denen Beziehungen nicht funktionieren wollen und Orte hinter sich gelassen werden. Im wahren Leben scheint er angekommen, in seinen Lieder bleiben Unbunny Suchende. Unbunny beglückten das Freiburger Publikum schon im letzten Jahr als Backing Band von Maria Taylor, heuer kommen sie als eigene Band, um  ihren melancholischen Americana Sound zu präsentieren.

THE WAVE PICTURES (UK)

Mittwoch, 24. Februar 2010
Mai
15
21:00

Beim letzten Konzert der Wave Pictures im Spätjahr 2008 gab es Tränen der Enttäuschung all derjenigen, die nicht rechtzeitig im Swamp waren, denn gut 40 Minuten vor Konzertbeginn war das Konzert restlos ausverkauft. Die Glücklichen, die reinkamen, erlebten eine Sternstunde,die Alex in einem  fudder-beitrag danach so beschrieb:

Obwohl die Wave Pictures aus England bereits seit vielen Jahren zusammen Musik machen und eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht haben, hat sie der Guardian kurioserweise für die Wahl zum besten Debütalbum des Jahres nominiert. Muss man das verstehen? Genau so gut könnte man ihnen eine Grammy-Nominierung für das ungefährste Best-Of-Album einer weitgehend unbekannten Band unterjubeln. Come a little closer, so hätte man den ganzen Abend übertiteln können. Das Swamp – sternhagelvoll bis obenhin. Überall kauern und lauern Leute, allein drei machen es sich unter der Box bequem, auf Tischen und Stühlen stehen sie wie die Erdmännchen und das einzig Überraschende ist, dass keine Zuschauer auf den unter der Decke angebrachten Lüftungsrohren liegen. „I never expected so many people! It’s pretty crowded“, entfährt es denn auch Sänger Dave Tattersall mit seiner nasalen und brüchigen Stimme. Die Brit/Indie-Pop/Rock-Songs der Wave Pictures, jetzt ohne die beiden Franzosen, sind schlicht und melodiös, aber unglaublich berührend. Tolle Texte haben sie auch. Mit herzzerreißender Hingabe bringt Dave Tattersall sie rüber, trägt seine Seele auf dem Handteller spazieren. Mit „Leave the scene behind“, dem kraftvollen Opener ihres aktuellen Albums, legen sie eine flottere Gangart ein, drücken aufs Tempo – um es dann wieder gekonnt rauszunehmen.

Selbst als die Zugaben vorbeigerauscht sind, leert sich das Swamp kaum. „Das war der kleinste Laden, in dem wir auf unserer Deutschland-Tour gespielt haben, aber das beste Publikum und das geilste Konzert“, meint Dave sichtlich begeistert nach dem Gig. Hut ab! Für mich eines der besten Konzertes des Jahres; großartig ist gar kein Ausdruck!

Das meinte also ein vollkommen begeisterter fudder Redakteur und stand an dem Abend mit seiner Meinung nicht alleine. Nun erscheinen die drei Jungs noch mal, neue Platte im Gepäck haben sie auch und wir freuen uns. Wer sie noch nicht kennt: Voila!www.thewavepictures.com Videos anschauen und weinen, so schön ist die Musik

PHOSPHORESCENT (USA) vs LIQUID LAUGHTER LOUNGE QUARTET

Mittwoch, 03. März 2010
Mai
29
00:00

Minimal-Pop aus Freiburg trifft auf psychodelisch angehauchten Alternativ Folk, bzw. Country aus Amerikas Südstaaten.

Musiker verschlägt es nach New York. Das war schon immer so. Ein alter Hut. Doch als Matthew Houck Sack und Pack zusammenraffte und mitten in der Entstehung des neuen Phosphorescent-Albums “Pride” von Athens in Georgia nach Brooklyn zog, passierte etwas Magisches. Aufgewachsen in Alabama war es für Houck immer ganz natürlich gewesen, Musik zu machen, die aus der etwas düsteren Südstaaten-Tradition erstand; süßer amerikanischer Folk, von der Südstaaten-Hausfrau traditionell mit Rum getränkt. Auf “Aw Come Aw Wry” von 2005 festigte unser Bandleader mit der matten Stimme seinen Ruf als Schöpfer von Meisterwerken, deren Songs anmutig und tragisch zugleich in der Zeitspanne eines Gebetes zwischen marode und freudig ebenso zu Hause waren wie zwischen gebrochen und klagend. Die Liveshow schlug in die gleiche Kerbe, so dass sich Houck manchmal mit 14 oder 15 Leuten als Backingband auf der Bühne wiederfand, die mit Elan das Konzept einer Blaskapelle hochleben ließen. “Pride” ist anders. Die Momente, in denen man die Augen schließt und jeden Gedanken fallen lässt und die Phosphorescent zu Phosphorescent machen - “At Death, A Proclamation” beispielsweise erschließt vertrautes Territorium -, sind noch immer vorhanden, doch die durchgedrehte Blaskapelle und der überbordende Eifer sind etwas gewichen, das mystischer und eindringlicher ist. Houck versammelt düstere, meditative Songs, die gerade wegen ihres gezähmten Soundes noch spiritueller daherkommen. Auf den Vorgängeralben kamen Gastmusiker zum Zuge, die eventuelle Lücken füllten; auf “Pride” jedoch nimmt Houck lediglich die Dienste eines in Eile zusammengestellten Chors in Anspruch, während er jedes einzelne Instrument eigenhändig einspielte. Manchmal erinnert die Musik an ARTHUR RUSSELL, aber in all seinem Glanz klingt “Pride” wie nichts, das man jemals zuvor gehört hat. Dies sind Gedichte, die auf einem ungenutzten Feld zu einem kommen und von ungerichtetem Rufen und Schreien unterbrochen werden als sei der Sänger entweder allein zurückgelassen worden oder von irgendetwas besessen. Houcks Texte waren nie stärker, werden eingefasst vom Gesang des Chores und könnten sowohl aus einer ländlichen französischen Kapelle als auch vom Gebetsort eines afrikanischen Stammes erklingen. “Pride” ist die Platte eines Mannes, der seine Fesseln abgestreift hat. Um es genau zu nehmen, ist “Pride” das Album, das sich auf der ganzen Linie von irdischen Konzepten wie Zeit und Ort verabschiedet. Und doch ist es warm und vertraut; ein Album, das man “Zuhause” nennen möchte.

Mit an Bord sind Freiburgs melancholistischste Minimalisten, das Liquid Laughter Lounge Quartet. Die ihr Labelchef Ritschie u.a. wie folgt beschreibt:

Morriconischem/Baldalamentischem Soundtrack und Waitscher Weirdness, das so gnadenlos überzeichnet wie Deadbolt und so authentisch emotional ist wie Cave, das so weit wie Calexico sein kann und so traurig stimmt wie ‚Element of Crime’ (zu ihren besten Zeiten)

Na denn! Hoffen wir mal, dass es nicht zuviel Schwermut regnet, damit danach noch Platz für eine anständige Party bleibt.

www.myspace.com/phosphorescent